das reh

Aussehen und besondere Merkmale

Rehe erreichen eine Schulterhöhe bis zu 85 Zentimeter. Die Männchen werden zwischen 20 und 30 Kilogramm schwer, die Weibchen etwas leichter. Die Lebenserwartung eines Rehs beträgt bis zu 12 Jahre. Im Sommer trägt das Reh sein rotbraunes Sommerfell; im Winter verfärbt sich dieses graubraun. Charakteristisch für das Reh ist der weiße Fleck am Hinterteil, genannt Spiegel.

rehbock

Brunft

Zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Böcken kann es das ganze Jahr über kommen. Nach der Brunft und im Winterhalbjahr begrenzen sich die Kampfhandlungen gewöhnlich auf Drohen, Imponieren und Verjagen. Vor dem eigentlichen Kampf schreiten die Böcke im Stechschritt aufeinander zu, dabei schlagen sie mit den Hinterbeinen auf den Boden. Sobald die beiden Gegner unmittelbar frontal gegenüberstehen, senken sie gleichzeitig die Köpfe und der eigentliche Stoßkampf beginnt. Der stärkere Bock ist häufig erst nach mehreren Anläufen ermittelt; auf das Drohen des stärkeren Bocks verharrt der Verlierer kurz in Demutsstellung, dabei ist der Hals waagrecht gehalten und die Ohren nach vorne gewendet, danach flüchtet er. Die eigentliche Brunft dauert von Anfang Juli bis ins zweite Drittel des August.

ricke

Paarung

Rehböcke werden durch Geruchswahrnehmung auf paarungsbereite Ricken aufmerksam und folgen gewöhnlich bis in die unmittelbare Nähe ihrer Spur. Eine Geiss reagiert auf einen sich nähernden Bock gewöhnlich mit einer Flucht von durchschnittlich 500 Metern. Erst wenn die Ricke empfangsbereit ist, bleibt sie bei einem solchen Treiben plötzlich abrupt stehen. Mit gesenktem Kopf fordert die Ricke ihn dann zur Paarung auf, läuft dabei langsam weiter, wobei der Bock ihr mit langgestrecktem Hals und Kopf folgt. Böcke verlieren in der Brunft auf Grund des heftigen Treibens erheblich an Körpergewicht. Generell verpaaren sie sich nur mit wenigen Ricken, meist bleiben sie während der vier Tage, die die Brunft einer Ricke dauert, in ihrer Nähe. 

paarung

Geburt

Bei Rehen kommt es im Gegensatz zu anderen Hirscharten zur Keimruhe. Das befruchtete Ei entwickelt sich erst ab Dezember und führt zur Geburt der Jungtiere vorwiegend im Mai und Juni des folgenden Jahres. Die Gesamttragezeit beträgt durchschnittlich 290 Tage. Die Keimruhe ermöglicht es, dass Brunft und Säugezeit zeitlich zusammenfallen und in einer Jahreszeit stattfinden, in der ein großes Äsungsangebot besteht. Kurz vor der Geburt sucht die Ricke einen Setzplatz aus. Sie bringen zwischen einem bis vier Jungen zur Welt. Gewöhnlich kann ein Kitz eine halbe bis anderthalb Stunden nach der Geburt stehen. Drei bis vier Wochen bleiben Rehkitze in der Deckung zurück, während das Muttertier äst und zum Säugen des Kitzes zurückkehrt. Das Kitz liegt dabei meist eingerollt am Boden. Das einzelne Kitz trifft die Wahl seines Liegeplatzes selbst. Als Liegeplätze wählen Kitze Zonen unter Büschen oder Stellen hoher Vegetation. Diese Liegeplätze wechseln täglich, durchschnittlich befindet sich der nächste Liegeplatz zwischen 100 und 200 Meter vom alten entfernt. Die Kitze eines Muttertiers suchen keine gemeinsamen Liegeplätze auf, sondern befinden sich spätestens einen Tag nach der Geburt meist zwanzig bis achtzig Meter voneinander entfernt in der Deckung. Kitze, die über längere Zeit nicht gesäugt werden, beginnen Fiip-Laute von sich zu geben. Auf Störungen verharren Kitze regungslos an den Boden gepresst. Ein Fluchtverhalten, setzt erst im Alter von drei bis vier Wochen ein.

bambi

Entwicklung ab einem Alter von vier Wochen

Ab einem Alter von etwa vier Wochen beginnen Kitze ihr Muttertier zu begleiten. Sie haben dann auch Kontakt zu ihren gleichaltrigen Geschwistern. In dieser Zeit vergrößert sich der Aktionsraum der Ricke und ihrer Kitze deutlich. Die meisten Kitze stellen in einem Alter von zehn Wochen das Säugen ein. Zwischen der vierten Lebenswoche und dem sechsten Monat erlernen Rehkitze die meisten Elemente des Kampf-, Brunft- und Markierverhaltens in spielerischen Auseinandersetzungen mit ihren gleichaltrigen Artgenossen. Zwischen Mitte März und Mitte Mai zerfallen die Mutterfamilien. Bockkitze trennen sich in der Regel früher vom Muttertier als Rickenkitze. 

reh mit jungen

Rehe in der Schweiz

Rehe gehören nicht zu den gefährdeten Tierarten in der Schweiz und sind im ganzen Land verbreitet. Das Reh ist das häufigste Hufwildtier in unseren Wäldern. Seit 1996 ist ein Bestand zwischen 120‘000-140‘000 Tieren zu verzeichnen. Im Jahr 2014 wurden rund 40‘000 Rehe geschossen, Weitere 20`000 Tiere sterben durch Verkehrsunfälle. Das Reh ist die am weitesten verbreitete Schalenwildart und entwickelte sich vor 20-25 Millionen Jahren. 

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